Wissen von Migranten nutzen
Aus Wissen gegen Minen
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Tagung im Berliner Roten Rathaus im April 2008
Vom 16. bis 17. April 2008 fand die Tagung “Wissen wandert – Migration und Know-how – Potenziale für Berlin” im Berliner Rathaus statt. Die Tagung wurde veranstaltet vom Berliner Chapter der Society for International Development (SID-Berlin) und dem Beirat für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin in Kooperation mit der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, sowie der Landesstelle für politische Bildungsarbeit. Unterschiedliche Sichtweisen aus der Wissenschaft, internationalen Politik / Entwicklungspolitik, Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik machten ein breites Bild und Publikum möglich. Die Konferenz war der Öffentlichkeit bestimmt, mit dem Ziel zur politischen Bildung in der Stadt beizutragen.
Die Tagung zeigte auf, welche Rolle Wissen und Know-how in der internationalen Migration spielt. Neben den Schwerpunkten Bedarf, Potenziale und best practices wurden die Vorteile von Know-how-Transfer durch internationale Migration für Berlin und für die Berliner Wirtschaft gezeigt. Der Standort Berlin profitiert immer von gut ausgebildeten Facharbeitskräften und jungen kreativen Menschen, die in Berlin leben und arbeiten wollen.[1]
Migration
Das die Migration in Berlin als wichtige Wissensquelle für Innovation, Wirtschaftsentwicklung, Kultur und Religion gilt, hat bereits eine lange Historie.
Die Ursachen warum Menschen in fremde Länder aus der Not migrieren sind vielfältig. Diese können durch familiäre, religiöse, klimatische, kriegerische oder wirtschaftliche Ursachen begründet sein. Jedoch migrieren auch freiwillig Menschen mit guter Bildung, mit der Aussicht in einem Land zu leben, welches politisch stabil ist, eine gute Gesundheitsvorsorge und Arbeitsbedingungen hat, sowie einen besseren Verdienst und Karrieremöglichkeiten bietet.
Die Gründe warum Zielländer Migranten, die sich in Not befinden, aufnehmen, sind selten moralisch oder humanitär. Migranten mit hohem Bildungsstand sind bei den Ländern der ersten Welt sehr begehrt. Die USA war und ist das klassische Einwanderungsland und ist bei knapp der Hälfte der Migranten das Ziel, in dem sie Leben und Arbeiten wollen. Andere Staaten wie Kanada, das Vereinigte Königreich oder Deutschland haben oder sind dabei ihre Grenzen für hochqualifizierte Migranten (HQ) zu öffnen. Damit wollen Sie dem demographischen Wandel, Defizite im Arbeitsmarkt (z.B. Fachkräftemangel) und dem niedrigem Bevölkerungswachstum entgegentreten. HQ-Migranten sollen diese Lücken schließen, das ökonomische Wachstum aufrechtzuerhalten. Auch vor der üblichen Abwanderung von eigenen HQ, dem sogenannten “Brain-Drain”, wollen sich Industriestatten mit einer Zuwanderung von Migranten, dem “Brain-Gain”, schützen. Der Brain-Drain ist Beleg dafür, dass Wissen wandert, denn 10-20% der Hochqualifizierten eines Landes leben im Ausland. Für deutsche stimmt das nicht, denn nur etwa 7,5 % der hochqualifizierten Deutschen arbeiten im Ausland.[2]
Die Migration entwickelt sich so vom Fluch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Durch das Wissen entstehen viele Vorteile, insbesondere wirtschaftlich. Migranten leisten durch Ihre Arbeit Ihren Teil an Produkten und Entwicklungen. Unternehmen können mit Ihnen als wichtiges Humankapital rechnen. Durch die Nutzung eines solchen Wissenstransfers, profitiert die Wirtschaft des Ziellandes und öffnet Türen zu anderen Ländern und Kulturen. Dies macht die interkulturelle Erfahrung möglich.[3]
Migration und Wissensmanagement
In dem Migranten ihr Wissen aus Ihrem Herkunftsland der Wirtschaft oder der Wissenschaft zur Verfügung stellen, sind sie Teil des Wissensmanagements.
Die Herausforderung besteht hierbei, auf das von Migranten vor Ort vorhandene Wissen zu zugreifen und zu nutzen. Zum Beispiel können das erworbene Wissen aus einer Ausbildung im Herkunftsland persönlich erlebte Erfahrungen oder Wissen über lokale Begebenheiten sein. Das Know-how zu nutzen, eröffnet viele neue Möglichkeiten sowohl für das Zielland, dessen Region und Wirtschaft, als auch für das Herkunftsland aus dem der Migrant stammt. Diese daraus erfolgten Vorteile und Möglichkeiten sind in Zahlen festgehalten.
Jedoch ergeben sich nur Vorteile, wenn das Wissen eines spezifischen Migranten genau anerkannt wurde. Dies ist insbesondere in Deutschland nicht üblich, was die Nutzungsmöglichkeiten stark einschränkt. Hier gewinnt der HQ immer noch den Eindruck Deutschland würde sich vor Einwanderern abschotten. Kanada betreibt in diesem Feld eine gezieltere Politik. In der Zukunft sollte die Migration durch die Anerkennung von Abschlüssen durch Behörden, Firmen, Universitäten problemlos sein, um Migranten zu motivieren ihr Wissen zur Verfügung zu stellen und sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen. Dies würde auch als Botschafter in die Herkunftsländer dringen.
Nach der Anerkennung der individuellen Qualifikationen folgen die nötigen Förderungen. Durch die Zulassung von Förderungen an Weiterbildungen, eines Studiums, einer Ausbildung oder Sprachkurses kann die Attraktivität des Migranten gesteigert werden. Es gibt nicht nur Förderungen in dem Bereich Bildung, sondern es werden auch Migranten zum Beispiel durch ein Darlehen gefördert.[4]
Mindmap
Einzelnachweise
- ↑ Wissen wandert, Knowledge Migrates - Migration und Know-how Potenziale für Berlin. Bericht zur Konferenz vom 16. und 17. April 2008. Beirat Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Society for International Development – Berlin Chapter Verantwortlich als Person: Prof. Dr. Brigitte Fahrenhorst Berlin 2009
- ↑ Von Brain-Drain zur Brain Circulation. Lilli Sippel, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
- ↑ [http://www.sid-berlin.de/files/Konferenzbericht-Wissen_wandert.pdf Wissen wandert, Knowledge Migrates - Migration und Know-how Potenziale für Berlin. Bericht zur Konferenz vom 16. und 17. April 2008]. Beirat Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Society for International Development – Berlin Chapter Verantwortlich als Person: Prof. Dr. Brigitte Fahrenhorst Berlin 2009
- ↑ [http://www.sid-berlin.de/files/Konferenzbericht-Wissen_wandert.pdf Wissen wandert, Knowledge Migrates - Migration und Know-how Potenziale für Berlin. Bericht zur Konferenz vom 16. und 17. April 2008]. Beirat Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Society for International Development – Berlin Chapter Verantwortlich als Person: Prof. Dr. Brigitte Fahrenhorst Berlin 2009