Weltweite Minensituation in Zahlen

Aus Wissen gegen Minen

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Inhaltsverzeichnis


Beschreibung zum Artikel

Dieser Artikel basiert auf den Untersuchungsrgebnissen der Initiative Landmine and Cluster Munition Monitor. In diesem Artikel werden die Ergebnisse thematisch eingeschränkt, in übersichtlicher Form dargestellt werden. Die Daten haben unterschiedliche Aktualität. In der Regel stammen die Beschreibungen aus dem Jahr 2010, abweichende Zeiträume sind angegeben. Über einzelne Staaten werden (abhängig von den bestehenden Informationen) folgende Inhalte bereitgestellt:

  • Welche Zahlen beschreiben die Situation?
  • Welchen Ursprung hat der Minenbefall/welche Kriegsparteien sind beteiligt?
  • Welche sozioökonomischen Auswirkungen hat der Minenbefall?
  • evt. andere Besonderheiten

Wie kann man die Minensituation sinnvoll beschreiben?

Um die Situation einer Region in Bezug auf Landminen zu beschreiben, ist es ungünstig, mit Stückzahlen oder einer reinen Flächenangabe zu arbeiten. Für eine aussagekräftige Darstellung sollte die Problematik im Kontext beschrieben werden. Landminen, als auch andere Kampfstoffrückstände, sind eher als Ursache für Probleme zu verstehen. D.h. entscheidend sind die Auswirkungen, die Landminen in einer Region haben.

Beispielweise sind Kampfstoffe, in einer stark besiedelten Region, als sehr problematisch anzusehen, da sie das Leben und die Gesundheit von Menschen und anderen Lebewesen direkt bedrohen. Andererseits besteht in unbesiedelten Gebieten keine alltägliche Bedrohung für Menschen. Durch Maßnahmen, wie dem Absperren betroffener Flächen, lassen sich dort Zwischenfälle vermeiden. In manchen Fällen entstehen Naturschutzgebiete, die aus ökologischer Sicht als positiv zu bewerten sind, da sie u.a. bedrohten Tierarten vor Wilderern schützen. Neben gesundheitlichen Aspekten, ist oft auch die Wirtschaft betroffener Regionen beeinflusst. Beispielweise können fruchtbare Böden nicht für die Landwirtschaft genutzt, oder Bauland nicht zur Errichtung wichtiger Infrastruktur, etwa zur Energiegewinnung und –versorgung, verwendet werden. Die Verbesserung sozialer und wirtschaftlicher Bedingungen bleibt verwehrt, da finanzielle Mittel für die Minenbeseitigung nicht zur Verfügung stehen und natürliche Ressourcen ungenutzt bleiben.

Ebenso von Bedeutung ist, wie mit dem Minenproblem in den betroffenen Gebieten umgegangen wird, bzw. werden kann. Der Einsatz von Minen hat meist politische Hintergründe. Ohne Veränderungen in der politischen Situation, ist nur wenig Veränderung in der Minensituation zu erwarten. Ist das Ausmaß des Minenbefalls weitestgehend unklar, können Schutzmaßnahmen nur ungezielt und lückenhaft durchgeführt werden. Untersuchungen zum Ausmaß und Lokation von Minenfeldern bilden den ersten Schritt bei der Problemlösung.

Zahlen im Überblick

Inhaltsverzeichnis: A-F G-L M-R S-Z

A-F

Staat Situation Ursprung sozio-ökonomische Auswirkungen weitere Bemerkungen
Afghanistan
  • 654 km² durch Minen verseucht
  • 1979: Sowjet-Invasion
  • 1992 - 2001: interner Konflikt
  • Ende 2001: Invasion durch die USA und deren Verbündete
  • 2.127 betroffene Gemeinden
  • weltweit eines der am schwersten befallenen Gebiete
Ägypten
  • mehr als 16.000.000 Landminen
  • bedecken 248 km²
  • 1938 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • sehr starke Auswirkungen in den Bereichen Tourismus und Bodenschätze
  • starke Behinderungen für Bewässerungsprojekte und das nationale Kultivierungsprogramm für Wüstenregionen
  • die Nordwestküste soll bis 2014 geräumt sein
Albanien
  • alle bekannten Minenfelder sind geräumt
  • 1998 - 1999: Kosovo-Krise
  • großflächige Minenlegung durch die ehemalige Republik Jugoslawien
  • k.A.
  • Anfang 2009 noch 325.100 m² befallene Gebiete
Algerien
  • unbestimmter Restbestand
  • 1940 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • 1950er: durch französische Armee während kolonialer Besetzung durch Frankreich
  • 1990er: durch Rebellen und algerische Armee während rebellischer Aufstände
  • ungewiss
  • während der Kolonialbesatzung verlegt die französische Armee über 3.000.000 Landminen
  • Rebellen verlegten unbestimmt, selbstgebaute Minen
  • algerische Armee verlegte ca. 15.000 Minen
Angola
  • schwer verseucht, jedoch keine genauen Angaben
  • bis 2002: über 40 Jahre bewaffnete Konflikte, darunter 27 Jahre Bürgerkrieg
  • k.A.
  • k.A.
Argentinien
  • 117 Minenfelder
  • bedecken eine Fläche von ca. 13 km² (Stand 2007)
  • 1982: durch Argentinien selbst während des Konflikts mit dem Vereinigten Königreich
  • k.A.
  • k.A.
Armenien
  • signifikante Belastung an den Grenzgebieten zu Aserbeidschan
  • 322 km² offiziell betroffene Fläche (Stand 2005)
  • möglicherweise zusätzliche Verseuchung an den Grenzen zur Türkei und Georgien
  • 1988 - 1994: Konflikt mit Aserbeidschan
  • k.A.
  • k.A.
Aserbeidschan
  • 184 km² potentiell betroffen (Stand 2009)
  • 1988 - 1994: Konflikt mit Armenien
  • k.A.
  • k.A.
Äthiopien
  • 597 km² betroffene Gebiete werden geschätzt
  • 1935: bewaffneter, interner und internationaler Konflikt
  • k.A.
  • bisherige Untersuchungen wiedersprechen sich sehr stark
Bosnien-Herzegowina
  • gilt als schwer betroffen
  • 1555 km² potentiell verseuchtes Gebiet
  • 1992 - 1995: Konflikt im Zusammenhang mit der Abspaltung Jugoslawiens
  • k.A.
  • entspricht in etwa 3% der Staatsfläche
Burma
  • Minen werden an konzentrierten Stellen an den Grenzen zu Thailand und Bangladesch vermutet
  • k.A.
  • 33 Städte und Gemeinden betroffen (Stand 2009)
  • k.A.
Burundi
  • man schätzt einen geringen Restbestand an Antipersonenminen
  • mehr als 90% der bekannten Minenflächen sind geräumt
  • mehr als 10 Jahre interner Konflikt
  • es gibt noch wenige Funde auf Ackerflächen und Militärgeländen
  • nach Einschätzungen von Hilfsorganisationen besteht kein dringender Räumungsbedarf
Chile
  • 152 Minenfelder
  • bedecken eine Fläche von 24 km² (Stand 2010)
  • 1970er: Pinochet-Regime verlegt Minen an den Grenzen zu Argentinien, Bolivien und Peru
  • betroffene Regionen sind zum Großteil unbewohnt
  • 2002 gab es noch 198 Minenfelder
  • jedoch wurden bei bisherigen Räumungen keine internationalen Räumungsstandards eingehalten
China
  • nach eigenen Angaben hat China die Räumung innerhalb des eigenen Staatsgebiets abgeschlossen (Stand 2009)
  • k.A.
  • vor 1990: nach Angaben der USA hat China im Grenzgebiet zu Indien, Vietnam und Russland ca. 10.000.000 Minen verlegt
  • k.A.
Dänemark
  • 1,25 km² betroffen
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • unbedeutende Auswirkungen aus sozialer und wirtschaftlicher Sicht
  • positiver Effekt für die Umwelt, es entstand ein Naturschutzgebiet
  • keine Zwischenfälle mit Minen seit 1946
Djibouti
  • alle bekannten Minenfelder sind geräumt
  • es besteht jedoch ein geringes Restproblem mit unbekannten Minengebieten (Stand 2009)
  • bis 2008: Frankreich hat seine militärischen Einrichtungen durch Minen geschützt
  • k.A.
  • ein Grenzkonflikt mit Eritrea 2008 lässt Befürchtungen über einen möglichen neuen Minenbefall aufkommen
Ecuador
  • Süden des Landes von Minen befallen
  • ca. 6.000 dokumentierte Minen wurden noch nicht gefunden
  • ca. 509.000m² betroffen
  • 1995: Konflikt mir Peru
  • weniger als 5% der Bevölkerung leben in bzw. in der Nähe verseuchter Gebiete
  • k.A.
Eritrea
  • die Verseuchung kann nicht genau bestimmt werden
  • 129 km² sind stark von Minen betroffen (Stand 2004)
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • 1962 - 1991: Unabhängigkeitskampf
  • 1998 - 2000: bewaffneter Konflikt mit Äthiopien
  • etwa 650.000 Menschen leben in den betroffenen Kommunen
  • 30 Kommunen wurden nicht auf Minen untersucht
  • Minensituation ist in diesen Gebieten unklar

Ausführliche Staatenprofile des Landmine and Cluster Munition Monitor [1]

G-L

Staat Situation Ursprung sozio-ökonomische Auswirkungen weitere Bemerkungen
Georgien
  • Grenzgebiete von Minen betroffen
  • umliegende Gebiete an ehemaligen Sowjet-Militärstationen wurden vermint
  • genaue Zahlen werden nicht öffentlich gemacht
  • Hilfsorganisationen schätzen eine Fläche von mehr als 4,5 km² und etwa eine etwa 7 km lange Strecke im Grenzgebiet zu Aserbaidschan
  • Konflikte während der Abspaltung von Abchasien
  • Sowjet-Arme zum Schutz seiner Militärstationen
  • k.A.
  • k.A.
Griechenland
  • 13 Minenfelder entlang des Flusses Evos an der Grenze zur Türkei (Stand 2009)
  • das Verteidigungsministerium plant defensive Minenfelder weiter zu erhalten (Stand 2003)
  • 1974: Griechenland verlegt 57 Minenfelder
  • 2004: nach Räumung verlegt Griechenland 11 neue Minenfelder
  • k.A.
  • Griechenland räumt Anti-Personenminen ersetzt diese aber in bestimmten Gebieten durch Anti-Fahrzeugminen
Guinea-Bissau
  • ca. 1,3 km² betroffene Fläche (Stand 2010)
  • 1963: bewaffneter Konflikt
  • k.A.
  • k.A.
Indien
  • im Grenzgebiet zu Pakistan sind kultivierte Flächen, Weideland und Gebiete rund um Infrastruktur und Dörfer von Restbeständen betroffen
  • 99% der von Indien in 2001 - 2002 gesetzten Minenfelder gelten seit 2006 offiziell als geräumt
  • es bestehen jedoch widersprüchliche Aussagen von offiziellen Vertretern
  • es werden zusätzlich unbekannte Minen im Grenzgebiet vermutet
  • Himalaya in der Grenzregion zu China
  • 1962: Krieg mit China
  • 2001 - 2002: Indien verlegt Minen während des Aufstandes mit Pakistan
  • staatenlose, bewaffnete Gruppen verlegen unsystematisch Minen im Grenzgebiet zu Pakistan
  • immer wieder Minenfunde in offiziell geräumten Gebieten
  • Menschen nutzen diese als Farm- und Wohnfläche
  • k.A.
Irak
  • massive Verseuchung
  • 1730 km² betroffen
  • viele Gebiete wurden noch nicht untersucht (Stand 2007)
  • 1980 - 1988: Krieg mit Iran
  • 1991: Golf Krieg
  • 2003 - heute: Invasion durch die USA-geführte Koalition und andauernde, interne Folgekonflikte
  • Zivilisten sind von selbstgebauten Minen in Mitleidenschaft gezogen
  • k.A.
Iran
  • eines der weltweit am stärksten betroffenen Staaten (Stand 2009)
  • es gibt jedoch keine untersuchten Zahlen oder Schätzungen zum Minenbefall
  • 1980 - 1988: Konflikt mit Irak
  • Zusammenhänge der Auswirkungen werden kaum verstanden
  • k.A.
Israel
  • Ausmaß nicht eindeutig bekannt
  • laut israelischen Medien sind 33 km² betroffen (2010)
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • nach 1945: Israel verlegt Minen im Grenzgebiet
  • 2010 kam es zu zwei Unfällen mit Zivilisten
  • nach Aussagen der Regierung sind alle Minenfelder abgesperrt und mit Warnschildern markiert
Jordanien
  • 13,6 km²
  • 1948: Abspaltung von Palestina
  • 1967 - 1969: arabisch-israelischer Konflikt
  • 1970: Bürgerkrieg
  • 1975: Konfrontation mit Syrien
  • k.A.
  • k.A.
Jemen
  • nach Schätzungen sind zwischen 145 km² und 398,5 km² nicht geräumte Fläche vorhanden (Stand 2010)
  • vor allem in den ehemaligen Grenzgebieten zwischen Nordjemen und Südjemen
  • Räumungsaktivitäten sind unklar
  • 1962: Serie von bewaffneten Konflikten
  • vor 1990: vor der Einheit Jemens
  • 592 betroffene Städte

Untersuchungen im Jahr 2000 ergaben:

  • 18 von 21 Regierungsbezirken waren betroffen
  • 592 betroffene Städte
  • 922 km² möglicherweise betroffene Gebiete
  • 600.000 m² unvollständig geräumte Fläche verteilt auf 10 Minenfelder
Kambodscha
  • nach eigenen Angaben ca. 650 km² vermintes Gebiet
  • genaues Ausmaß unbekannt
  • K5-Minengürtel mit einer Länge von 1.046 km und bis 2.400 Minen je laufenden km
  • 2010 neue Untersuchung gestartet
  • bis 1990er: über 30 Jahre Konflikt
  • 1980er: Errichtung des K5-Minengürtels, durch die von Vietnam gestützte Regierung, zum Schutz vor eindringenden Rebellen
  • k.A.
  • k.A.
Kolumbien
  • laut Regierung sind 31 der 32 Regierungsbezirke möglicherweise gefährdet
  • eine Militärbasis gilt als vermint
  • wegen unsystematischer Verminung ist eine Einschätzung der Ausmaßes und der verseuchten Gebiete nicht möglich
  • nach Angaben der Armee wurden Minen durch staatenlose, bewaffnete Gruppierungen verlegt
  • k.A.
  • k.A.
(Demokratische Republik) Kongo
  • laut UN bestehen 884 möglicherweise verseuchte Gebiete (Stand 2009)
  • nach Angeben der Regierung ist das gesamte Landesgebiet von Minen betroffen
  • bis Ende 2011 soll eine Untersuchung genaue Zahlen liefern
  • zwei Kongokriege und andauernde Unruhen durch politisch motivierte Milizen
  • k.A.
  • k.A.
(Republik des) Kongo
  • es ist nicht eindeutig, ob ein Minenproblem besteht
  • in der Vergangenheit gab es nach Regierungsangaben die Befürchtungen von existierenden Minenfeldern
  • lokale Regierungen der betroffenen Gebiete haben die Situation als unbedenklich eingestuft
  • es gibt keine Pläne für weitere Untersuchungen
  • 2.250 km² Grenzgebiet
  • Konflikt mir Angola
  • seit 1970 keine Opfer durch Minen
  • diese Angaben können aber nicht nachgewiesen werden
  • k.A.
Kroatien
  • 890 km² möglicherweise betroffenes Gebiet (Stand 2009)
  • Anfang der 1990er: während der Abspaltung von der ehemaligen sozialistischen Republik Jugoslawien
  • 920.000 Menschen
  • in 104 Städten und Gemeinden betroffen
  • k.A.
Kuba
  • nach eigenen Aussagen verfolgt Kuba strikte Bestimmungen, die einen verantwortungsvollen Umgang beim Einsatz von Anti-Personenminen, im Sinne des Eigenschutzes und der nationalen Sicherheit, garantieren
  • alle Minenfelder sind laut der kubanischen Regierung ausreichend markiert, abgesperrt und bewacht
  • seit mehreren Jahren ist die Situation unverändert
  • Kuba betreibt Minenfelder um das Gebiet der US Militärbasis Guantánamo herum
  • k.A.
  • k.A.
Kuwait
  • weite Teile der Wüste und Küste wurden vermint
  • offiziell sind alle Minengebiete geräumt
  • Zwischenfälle mit Minen kommen weiterhin vor
  • es findet keine offizielle Räumung statt
  • 1990 - 1991: Golfkrieg
  • k.A.
  • k.A.
Kirgisistan
  • südliches Grenzgebiet zu Tadschikistan und Usbekistan betroffen
  • Ausmaß unklar
  • teilweise hat Räumung stattgefunden
  • 1999 - 2000: Kirgisistan und usbekisches Militär setzen Minen ein
  • k.A.
  • Kirgisistan hat nach eigenen Angaben alle selbst ausgelegten Minen geräumt
(Nord) Korea
  • Nordkorea berichtet eigene Verminung der demilitarisierten Zone zwischen Nordkorea und Südkorea
  • nach eigenen Aussagen hat Nordkorea keine weiteren Minen verlegt (Stand 2006)
  • Augenzeugenberichte von ehemaligen Soldaten lassen jedoch weitere Minenfelder vermuten
  • 1998: Nordkorea setzt Minen in der demilitarisierten Zone ein
  • k.A.
  • k.A.
(Süd) Korea
  • der südliche Teil der demilitarisierten Zone zählt zu den weltweit am schwersten betroffenen Regionen
  • 1.300 Minenfelder im Gebiet zwischen der demilitarisierten Zone und Seoul
  • mit einer Fläche von 32 km²
  • beinhalten über 1.000.000 Landminen
  • weitere ca. 98 km² vermutlich betroffen
  • 1960er, 1978 und 1988: Koreakriege
  • k.A.
  • k.A.
Laos
  • eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen
  • Ausmaß kann jedoch nicht genau bestimmt werden
  • großer Mangel an Informationen
  • 1960er - 1970er: Indochina Krieg
  • ein Viertel aller Dörfer betroffen
  • ca. 240 km² Agrarland können nicht genutzt werden
  • wirtschaftliche Möglichkeiten im Bereich Tourismus, Wasserkraft, Bodenschätze, Forstwirtschaft und weitere Bereiche sind begrenzt, verkompliziert oder nur mit hohen Zusatzkosten nutzbar
  • Volkswirtschaft kann aufgrund der Probleme seine Potentiale nicht nutzen
  • k.A.
Libanon
  • 74 km² möglicherweise betroffen
  • vor allem im südlichen Grenzgebiet
  • bis 1990: Bürgerkrieg
  • 2006: andauernde Konflikte mit Israel verursachen neue starke Verseuchung
  • k.A.
  • k.A.
Libien
  • Grenzgebiete zu Ägypten, Chad und Tunesien sind betroffen
  • genaues Ausmaß unbekannt
  • es werden keine Untersuchungen durchgeführt
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • 1977: Konflikt mit Ägypten
  • 1980 - 1987: Konflikt mit Chad
  • k.A.
  • k.A.

Ausführliche Staatenprofile des Landmine and Cluster Munition Monitor [2]

M-R

Staat Situation Ursprung sozio-ökonomische Auswirkungen weitere Bemerkungen
Mali
  • Problem mit Anti-Fahrzeugminen im Norden
  • genaues Ausmaß unbekannt
  • k.A.
  • k.A.
  • Mali schätzte 2008 das Minengebiet auf rund 2.000 km²
  • diese Einschätzung gilt als unplausibel
Marshallinseln
  • Restbestände an Minen vorhanden
  • es fehlen finanzielle Mittel zur Räumung
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • k.A.
  • seit über 50 Jahren kein Minenzwischenfall
Mauretanien
  • 51 km² möglicherweise betroffen (Stand 2009)
  • 1975 - 1978: Konflikt in der West Sahara-Region
  • k.A.
  • k.A.
Montenegro
  • gilt seit 2007 als vollständig geräumt
  • ehemalige Munitionslager im Grenzgebiet zu Bosnien Herzegowina und Kroatien sind jedoch bisher nicht untersucht worden
  • 1990er: Konflikt während der Abspaltung von der ehemaligen sozialistischen Republik Jugoslawien
  • k.A.
  • k.A.
Mosambik
  • 322 betroffene Gebite
  • bedecken eine Fläche von ca. 9,5 km² (Stand 2009)
  • bis 1992: 30 Jahre interner Konflikt
  • k.A.
  • k.A.
Namibia
  • nach eigenen Aussagen sind Räumungsarbeiten seit 2001 abgeschlossen
  • jedoch wurden auch nach 2001 weitere Minen geräumt
  • möglicherweise ist der Nationalpark im Grenzgebiet zu Angola noch betroffen
  • Situation unklar
  • es fehlen finanzielle Mittel für weitere Schritte
  • blutiger Konflikt mit Angola in der Vergangenheit
  • Tourismus ist eingeschränkt
  • k.A.
Nepal
  • 30 Minenfelder
  • auf einer Fläche von 2,5 km²
  • bis 2006: nepalesische Armee legt Minen während einer Dekade bewaffneten Konflikts
  • k.A.
  • 23 Minenfelder wurden in den vergangenen Jahren geräumt
Nicaragua
  • 2010 wurden die letzten bekannten Minenfelder geräumt
  • 1979 - 1990: bewaffneter Konflikt
  • k.A.
  • 14 der 15 Departments waren betroffen
  • es wurden ca. 180.000 Minen auf etwa 12 km² gefunden
Niger
  • Grenzgebiet zu Libyen
  • Ausmaß unklar
  • es hat noch keine Räumung stattgefunden
  • Konflikt mit einer staatenlosen, bewaffneten Gruppierung
  • k.A.
  • 2009 sterben 6 Personen bei einem Minenunfall
Nigeria
  • 327 Gebiete möglicherweise betroffen (Stand 2009)
  • 1960er: Biafa-Konflikt
  • k.A.
  • es hat noch keine Räumung stattgefunden
Oman
  • geringes Restproblem mit Minen und Blindgängern
  • 1964 - 1975: interner Konflikt mit kommunistischen Separatisten
  • k.A.
  • kein weiteres Räumungsprogramm vorgesehen
Pakistan
  • nach eigenen Aussagen besteht kein Minenproblem
  • 1979 - 1989: Sowjet-Besatzung
  • drei Kriege mit Indien
  • 2009 - 2010: Einsatz von Minen durch Taliban und staatenlose Gruppierungen im Grenzgebiet zu Pakistan
  • nach eigenen Aussagen gab es in Pakistan niemals Menschenopfer durch Minen
  • Aussagen sind zweifelhaft
Peru
  • 36 Minenfelder aus dem Konflikt mit Ecuador
  • bedecken 192.700 m²
  • 1995: bewaffneter Konflikt mit Ecuador
  • 1980: zum Schutz der Infrastruktur gegen staatenlose Gruppen setzte Peru Minen ein
  • k.A.
  • eigene Minenfelder wurden größtenteils abgetragen
  • zum Schutz von drei Gefängnissen und zwei Polizei-Ausbildungslagern werden weiter Minen eingesetzt
Russland
  • stark verseucht
  • veröffentliche Zahlen variieren stark
  • es wurden keine konsequenten Untersuchungen durchgeführt
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • Anfang 1990er: Konflikt im Kaukasus
  • k.A.
  • k.A.

Ausführliche Staatenprofile des Landmine and Cluster Munition Monitor [3]

S-Z

Staat Situation Ursprung sozio-ökonomische Auswirkungen weitere Bemerkungen
Sambia
  • es bestanden Befürchtungen auf unbekannte Minenfelder
  • Untersuchungen von Hilfsorganisationen haben keine Minen gefunden (Stand 2009)
  • 1970er - 1980er: bewaffnete, staatenlose Gruppierungen nutzen das Land als Versteck
  • k.A.
  • k.A.
Senegal
  • bis zu 20 km² von Landminen betroffen
  • konkretes Ausmaß jedoch unklar
  • technische Mittel zur Untersuchung fehlen
  • Konflikt zwischen Senegals bewaffneten Sicherheitskräften und der demokritischen Bewegung
  • ca. 90.000 Menschen sind betroffen
  • k.A.
Serbien
  • 1 km² im Süden des Landes
  • relativ geringes Minenproblem
  • Regierung sieht Untersuchungen im Gebiet um den Kosovo als notwendig
  • 1990er: Abspaltung von der ehemaligen Republik Jugoslawien
  • k.A.
  • k.A.
Somalia
  • Minenproblem kann nicht definiert werden (Stand 2010)
  • wird als massiv eingeschätzt
  • 263 gefährdete Gebiete in allen Landesteilen
  • k.A.
  • Straßen und Weideflächen sind am stärksten betroffen
  • k.A.
Sri Lanka
  • ca. 1.500 betroffene Gebiete
  • auf einer Fläche von ca. 538 km²
  • vor allem der Norden gilt als stark verseucht
  • bis 2009: drei Jahrzehnte Konflikt zwischen Regierung und Liberation Tamil Tigers of Eelam
  • 300.000 Flüchtlinge aus dem Norden des Landes
  • wirtschaftlicher und sozialer Wiederaufbau des Nordens ist durch die Minen behindert
  • k.A.
Sudan
  • ca. 1.200 verseuchte Gebiete
  • auf einer Fläche zwischen 29,5 und 45,8 km² (Stand 2010)
  • 19 der 25 Teilstaaten betroffen
  • 20 Jahre Unruhen zwischen Regierung und staatenloser Gruppierungen im Land
  • k.A.
  • k.A.
Syrien
  • Grenzgebiete zur Türkei und Jordan sind vermint
  • manche Gebiete sehr stark von Minen betroffen
  • in vielen Regionen ist das Ausmaß der Situation unklar
  • nach israelischen Aussagen sind die von Israel verantworteten Minenfelder markiert und mit Warnungen versehen
  • seit 1948: immer wieder anlaufende arabisch-israelische Kriege und Gefechte
  • es sind auch bei Touristen beliebte Gebiete betroffen
  • 2010 werden zwei Kinder bei einem Minenzwischenfall, in einem von Israel kontrollierten Abschnitt, verletzt
  • k.A.
Tadschikistan
  • nach eigenen Angeben ist das Minenproblem im Innern des Landes zu 95% beseitigt
  • Ausmaß im Grenzgebiet ist unklar
  • 1992 - 1997: Bürgerkrieg
  • Minenlegung durch Russland und Usbekistan im Grenzgebiet
  • k.A.
  • k.A.
Thailand
  • 27 der 76 thailändischen Provinzen betroffen
  • genaues Ausmaß jedoch unklar
  • möglicherweise sind weitere Regionen vermint (2001)
  • Grenzkonflikte mit Kambodscha, Laos, Myanmar und Malaysia
  • 500.000 Menschen
  • in 530 Kommunen betroffen
  • 2009 wurden 500 km² zu räumendes Gebiet geschätzt
  • 2010 wurde die Überarbeitung der Daten begonnen (vorherige Schätzung wahrscheinlich fehlerhaft)
Tschad
  • eine Einschätzung der Situation steht noch aus
  • 1973: Libysche Invasion
  • 30 Jahre interner Konflikt
  • k.A.
  • 2001 wurden bei einer Untersuchung 670 km² als gefährdet eingestuft
  • diese Ergebnisse gelten heute als deutlich zu hoch eingeschätzt
Tunesien
  • die Räumung aller bekannten Minenfelder ist abgeschlossen (Stand 2009)
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • 1976 und 1980: Tunesien verlegt Minen im Grenzgebiet zu Libyen
  • k.A.
  • k.A.
Türkei
  • ca. 980.000 Minen befinden sich noch auf der türkischen Seite der Grenzgebiete
  • nach eigenen Angaben wurden alle Minen im Grenzgebiet zu Griechenland, Bulgarien und Georgien auf türkischer Seite geräumt (Stand 2009)
  • 1956 - 1959: Türkei verlegt Minen in den Grenzgebieten zu Syrien, Armenien, Iran und Irak, um illegale Grenzüberschreitungen zu verhindern, sowie zum Schutz von Sicherheitseinrichtungen
  • 1974: während des Aufstands in Nord-Zypern vermint das türkische Militär den nördlichen Teil der Pufferzone
  • k.A.
  • k.A.
Uganda
  • nach eigenen Angeben konzentriert sich die Gefährdung auf ein einziges Gebiet
  • mit einer Fläche von 100.000 m²
  • teilweise ist das Gebiet umzäunt
  • Hilfsorganisationen stellen immer wieder vereinzelte Minen, weitverstreut, außerhalb des Konzentrationsgebietes fest (Stand 2010)
  • mehr als zwei Jahrzehnte bewaffneter Konflikt, zivile Unruhen und Kämpfe mit staatenlosen Gruppierungen
  • k.A.
  • k.A.
Ukraine
  • es bestehen keine bekannten Minenfelder mehr
  • offiziell wurden die Räumungsarbeiten aber noch nicht abgeschlossen
  • 1914 - 1918: 1. Weltkrieg
  • 1939 - 1945: Schlachten zwischen deutscher und sowjetischer Armee während des zweiten Weltkriegs
  • k.A.
  • seit Anfang 2009 wurden keine Minen mehr gefunden
Usbekistan
  • 95% der Minen wurden beseitigt (Stand 2005)
  • es ist nicht geplant die Grenze zu Afghanistan zu räumen
  • Sowjet-Armee verlegt Minen im Grenzgebiet zwischen Usbekistan und Afghanistan
  • 1998: Usbekistan verlegt Minen im Grenzgebiet zu Afghanistan
  • 1999: Usbekistan verlegt Minen im Grenzgebiet zu Kirgisistan
  • 2000: Usbekistan verlegt Minen im Grenzgebiet zu Tadschikistan
  • k.A.
  • k.A.
Venezuela
  • ca. 1.000 Minen in 13 Minenfeldern
  • auf einer Fläche von 180.000 m²
  • viele Minenfelder sind überschwemmt oder inzwischen durch starke Vegetation unzugänglich geworden
  • Zivilisten haben keinen Zugang zu den abgesperrten Marinestützpunkten und deren Minenfeldern
  • 1995 - 1997: Einsatz von Minen zum Schutz von sechs Marinestützpunkten an der Grenze zu Kolumbien
  • k.A.
  • k.A.
Vereinigtes Königreich
  • Einflussgebiet auf den Falklandinseln ist vermint
  • 13 km² vermutlich betroffen
  • Minen sind weit zerstreut und befinden sich in unterschiedlichstem Terrain
  • 1982: bewaffneter Konflikt mit Argentinien
  • Auswirkungen gelten als gering
  • 0,1% der landwirtschaftlich genutzten Fläche gilt als gefährdet
  • bisher keine zivilen Opfer
  • vor allem Tiere sind betroffen
  • letztes militärisches Oper in den 1980er Jahren
  • es ist per Gesetz verboten gefährdete Gebiete zu betreten
  • Verstöße werden mit hohen Geldstrafen bestraft
Vietnam
  • nach eigenen Angaben 66.000 km² verseucht
  • genaues Ausmaß ist unbekannt, wird aber als sehr hoch eingestuft
  • zum Großteil im Zentrum des Landes auf ca. 16.000 km² konzentriert
  • besonders Knotenpunkte an Wasserstraßen und Küsten sind durch nicht vollständig geräumte Minen und Munition betroffen
  • zurückgebliebene Militärstützpunkte der USA sind vermint
  • 1960er - 1970er: Vietnamkrieg mit USA verursacht eine sehr starke Verseuchung
  • 1970er: Konflikte mit China und Kambodscha verursachten, verhältnismäßig ein sehr geringen Anstieg an Minen
  • 10.500 Gemeinden sind betroffen
  • Minenproblem betrifft 22% des Staatsgebiets
Weißrussland
  • nach eigenen Angaben sind alle bekannten Minenfelder geräumt
  • ein geringer Restbestand an Minen und explosiven Kampfmitteln ist jedoch noch vorhanden
  • 1792 - 1815: Napoleonischen Kriege
  • 1914 - 1918: 1. Weltkrieg
  • 1939 - 1945: zweiter Weltkrieg
  • k.A.
  • k.A.
Zimbabwe
  • 10 Minenfelder
  • mit einer Fläche von 810 km²
  • es gibt weitere gefährdete Gebiete die nicht untersucht worden sind (Stand 2008)
  • 1970: Kämpfe mit der liberalen Bewegung aus Sambia und Mosambik
  • k.A.
  • k.A.
Zypern
  • geografisch und politisch durch eine stark verminte, 180 km lange Pufferzone geteilt
  • UN schätzt bis zu 8 km² betroffene Fläche
  • genaues Ausmaß ist jedoch nicht bekannt
  • 1974: türkische Truppen besetzen den Norden Zyperns und errichten eine Pufferzone
  • beide Parteien verlegen Landminen innerhalb und außerhalb der Pufferzone
  • Flächen wenige Meter neben den Minenfeldern landwirtschaftlich genutzt
  • k.A.

Ausführliche Staatenprofile des Landmine and Cluster Munition Monitor [4]

Weblinks

  1. Homepage des Landmine and Cluster Munition Monitor [5]
  2. Übersicht der minenverseuchten Staaten auf der Weltkarte auf der Website des des Landmine and Cluster Munition Monitor [6]

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. [4]

--Benjamin 19:40, 15. Jan. 2011 (CET)

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