Verein Wissen gegen Minen eV

Aus Wissen gegen Minen

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Wer ist die deutsche Organisation “WISSEN GEGEN MINEN e.V.”?

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Wir sind ein Kreis von Freunden, im Kern bestehend aus Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt in Berlin, die schon seit über 25 Jahren auf ihren Gebieten arbeiten. Im Jahr 2002 wurden wir während unserer Arbeit und bei Diskussionen mit Kollegen mit der Problematik der Landminendetektionsforschung konfrontiert. Überrascht durch die Tatsache, dass in der realen Welt des Minenräumens neue Technologien keine wesentliche Rolle spielen, beschlossen wir, tiefer in das Problemfeld einzudringen. Wir wollten nicht einsehen, dass es möglich sein sollte, in den Tiefen des Mars –Millionen Kilometer von der Erde entfernt – Wasser zu finden, es aber keine Lösung für das Landminenproblem hier auf der Erde geben sollte. Denn die physikalischen Grundlagen sind dieselben.

Wir sprachen mit Wissenschaftlern, Ingenieuren und Minenräumern auf dem Feld. Unsere ersten Untersuchungen mündeten in dem Projekt „easyMine“, welches wir 2003/2004 in sehr enger Kooperation mit Forschern und mit Minenräumern versuchten zu etablieren. Sie können die Veröffentlichungen dazu im Internet finden. Wir hatten auch die Möglichkeit, Erfahrungen bei einem von ITEP organisierten Testtrial zu machen. Auf diese Weise wurden wir auch mit den Problemen auf dem Minenfeld bekannt.

Wir haben auch gelernt, dass der technologische Teil des Landminenproblems im großen Maß von sozioökonomischen Faktorenabhängt, welche auch in die Forschung mit einbezogen werden müssen.

Wir sind der Überzeugung, dass es aktuell keinen realen Fortschritt in der Optimierung der vorhandenen Detektionsgeräte geben wird. Der Metalldetektor, dieSuchnadel, derMinenhund können nicht wesentlich als einzelne Geräte weiterentwickelt oder verbessert werden. Wir möchten zur Lösung des Landminenproblems beitragen. Mit der Entwicklung eines integrierten und systematischen Ansatzes möchten wir das Wissen und die Unterstützung für die Leute bereit stellen, die dieses Wissenbenötigen.

Der erste Name unseres Projektes hieß easyMine, was Realistic and systematic Mine Detection Simulation Tool bedeutet. Leider wurde der Name oft missverstanden. Als wir unsere neue Organisation im März 2005 gründeten, änderten wir den Namen in Wissen gegen Minen. Die Organisation ist offen für Mitglieder aus allenLebensbereichen. Wir sind kein exklusiver Club von Wissenschaftlern. Unsere Ziele aber bleiben dieselben: wir denken, dass ein Fortschritt in der Landminendetektion mit der Anwendung von Methoden und Prozeduren, wie wir sie in der Wissenschaft im Allgemeinen verwenden, möglich ist: vom Sammeln der Daten über die Analyse zur Simulation bis hin zur praktischen Anwendung.

Simulationswerkzeuge sind ein Schlüssel zu den sich ändernden Technologien weltweit. Heute kann man, ausgerüstet mit der richtigen Software, ein komplettes Auto nur mit dem Computer konstruieren. Also warum richten wir nicht die Aufmerksamkeit auf diese modernen Methoden für die höchst gefährliche Arbeit in den Minenfeldern?

Um einen Computer zu füttern, benötigen Sie Daten. Wir haben vor, Datenbanken zu etablieren, die als unabhängige Module eines integrierenden Simulationswerkzeuges funktionieren. Dies soll helfen, die Erfolgsrate bei der Minenräumung zu steigern. Unser Hauptbeitrag besteht darin, die Datenbank mit dem Wissen zu füttern, das wir über die schätzungsweise 20 technologischen Methoden haben, die für die Minenräumung am Erfolgversprechensten sind. Außerdem müssen diese Datenbanken beinhalten:

  • Informationen über alle existierenden Minentypen, ihren Aufbau, Größe, die chemische Zusammensetzung, Temperaturempfindlichkeit, Produktionsintervalle, etc..
  • Die geographischen und topographischen Daten der minenverseuchten Gebiete und einzelnen Minenfelder
  • Meteorologische und klimatische Bedingungen, so genau wie möglich, und in ihrer Historie.

Ein gegebenes Territorium zu erforschen – ob es nun der Mond, der Mars, die Wüste oder ein Minenfeld ist – bedeutet die Anwendung von Multisensoren (mehrerenSensorengleichzeitig), damit man ein Gebiet als Ganzes untersuchen und einzelne Teile, die dort gefunden wurden, herausfiltern kann.

Was wir anbieten wollen, ist das benötigte Wissen für diese Untersuchungen.Wir wollen es den Menschen, die in den Minen verseuchten Regionen und Ländern leben, uneingeschränkt zugänglich und nutzbar machen. Für dieses Ziel nutzen wir ein spezielles Wikipedia Format, das zu dem durch kontrollierten Zugang geschützt ist. Diese Internet-Seiten werden gegenwärtig in deutscher und englischer Sprache erstellt und wir suchen nach Partnern, die ernsthaft mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir bitten Sie, die gesammelten Informationen in ihre Sprache zu übersetzen, diese an Ihren Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten zu diskutieren. Bitten Sie Studenten, schriftliche Abhandlungen zu verfassen, um die vorhandenen Methoden von ihrem Standpunkt aus zu erforschen. Entwickeln Sie eigene Ideen und lassen Sie uns wissen, wenn sie auf Problemfelder treffen, die Sie selbst nicht lösen können.

Des weiteren wollen wir Fragebögen anbieten, die zur Erfassung der Merkmale für jedes einzelne Minenfeld dienen soll – so detailiert wie möglich. Wir werden Ihnen helfen zu lernen, wie diese Informationen als ein Modul in das Simulationswerkzeug integriert werden.

Wir suchen nach einer Zusammenarbeit mit Minenräumern, um ihr reiches Wissen in unseres einfließen zu lassen. Sie könnten uns helfen, eine Minentypdatenbank auf zustellen, die besser ausgestattet wäre, als jede unter Laborbedingungen entwickelte Datenbank in einem schönen weit entfernten Forschungsinstitut.

Wir sind froh, Wiki-Seiten in Sprachen gefunden zu haben, deren Länder Landminen verseucht sind. Das macht uns optimistisch und unser erster Schritt wird daher auch eine Zusammenarbeit mit Kambodscha sein.

Für Kontakt und Verständigung stehen wir immer zur Verfügung. Wir sind ebenfalls daran interessiert, lokale Gegebenheiten verstehen zu lernen, um besser kooperieren zu können.

Wir sind überzeugt, dass wir zusammen das Minenräumen im 21. Jh. Verbessern und Fortschritte auf den Minenfeldern machen können genauso wie auf anderen technischen Gebieten.

Synergieeffekte werden möglich, wenn wir sie wollen und machen.

Dieser Zugang zur Landminen-Thematik mag vielleicht anders sein, als Sie ihn bisher kannten. Wir denken, dass dies der beste Weg ist (unser Wissen) zu integrieren, zu vernetzen, vielleicht sogar Freunde zu finden und Fortschritt zu erreichen.

(Berlin, im Juni 2005)

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