Neuentwicklungen
Aus Wissen gegen Minen
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Beschreibung zum Artikel
Dieser Artikel beschreibt neue Verfahren zur Suche von Minen, die sich noch in der Entwicklung befinden und verbessert werden sollen. Zum jetzigen Zeitpunkt (Januar 2011) sind keine Neuentwicklung bekannt, da viele noch in der Entwicklungsphase sind. Einige werden hier vorgestellt und müssen noch nachbearbeitet werden.
Ein weiterer Absatz dieses Artikels beschreibt Entwicklungen in der Bundeswehr zu Minenarten. Dieser Bereich ist auch noch nicht vollständig.
Unter den Weblinks befinden sich Links, die zur Recherche und Bearbeitung dieses Artikels hilfreich sein können.
MindMap
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Neue Verfahren
"Heutzutage werden fast ausschließlich Metalldetektoren und Suchnadeln zum Auffinden von Minen verwendet. Neue Technologien befinden sich in der Entwicklungs– und Erprobungsphase und könnten in einigen Jahren effektiveres Minenräumen möglich machen."[1]
NQR (Kernquadrupolresonanz)
Mit Hilfe des folgenden Links kann der Absatz vervollständigt werden: Grundlagen zur TNT–Detektion mittels magnetischer Resonanz
Kampfmittelerkennung mit der Röntgenrückstreutechnik
Ein neuer Ansatz in der Röntgenrückstreutechnick (RRT) ermöglicht es, regulär vergrabene Landminen bildhaft zu erkennen. Es können damit, unabhängig von verschiedenen Bodentypen, auch metallfreie Landminen detektiert werden. Somit können mit dieser Technik die Falschalarmraten verringert und die Detektionsnachweise verbessert werden.
Grundlagen
Die Röntgenstreuung ist für die Materialprüfung zuständig. Dabei durchdringen die Röntgenstrahlen die verschiedenen Oberflächen. Durch eine Absorption am Prüfobjekt kann das Objekt und Material ermittelt werden. Der Röntgenstrahl wird dabei durch ein Scannverfahren über den Boden bewegt. Durch das Vielkanaldetektorensystem, das parallele Datenaufnahme ermöglicht, entsteht eine Serie von Schichtbildern. Für eine Identifizierung des Prüfobjektes sind im Normalfall nur eine Scannung von nur wenigen Schichten notwendig.
Die Vorteile in der Röntgenrückstreutechnik sind:
- nur einseitiger Zugang zum Prüfobjekt notwendig
- hohe Bildkontraste
- proportionales Streusignal zur Materialdichte.
Problematik
Die Technologien von heute weisen bei der Erkennung von Landminen noch viele Probleme auf. Die Detektionsnachweise sind beispielsweise unzureichend und es gibt hohe Falschalarmraten sowie hohe Risiken bei der Bedienung. Wenn keine neuen Detektions- oder Räumungsverfahren entwickelt werden, können viele Gebiete weitherhin nicht durch den Menschen genutzt werden.
Ergebnisse mit dem Scannerprototypen ComScan450
YXLON hat einen Scanner entwickelt, um nachzuweisen, dass die Röntgenrückstreutechnik die Fähigkeit besitzt, Landminen zu erkennen. Dafür wurde der Scanner an einen Anhänger angebracht und mittels eines Fahrzeugs über die vergrabenen Objekte bewegt. Der Scanner ist mit einer 450 kV Röntgenröhre und einem Vielkanaldeektorensystem ausgestattet.
Antipersonenminen
Wie bekannt ist, sind Antipersonenminen die meist vergrabenen Landminen. Die größte Anzahl liegt einige Zentimeter tief unter der Erde. Der Durchmesser der Mine beträgt ca. 12cm. Als Schichtbild aus ca. 2 und 4cm Tiefe sieht die Antipersonenmine wie folgt aus:
In der Abbildung sind die äußeren Strukturen zu erkennen und viele innere Strukturen werden absorbiert.
Panzerminen
Die in vielen Gebieten der Welt verlegten Panzerminen, die oft vergraben sind, sind im Gegensatz zu Antipersoneneminen sehr schwer zu detektieren. Die folgende Abbildung zeigt Schichtbilder einer TM-62 unterschiedlicher Tiefe. Als Erkennungsmerkmal dient dabei die zylindrische Struktur.
Inerte Minen gegen TNT-gefüllte Minen
Eine Mine ist mit einem Ersatzstoff und die andere mit Sprengstoff gefüllt. Die Abbildung zeigt kaum Unterschiede.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Röntgenrückstreutechnik ist die erste Technik, die eine bildhafte Darstellung vergabener Landminen ermöglicht. Es können sogar eine Vielzahl von Einzelheiten in den Objekten abgebildet werden. So kann die Mine in den meisten Fällen identifiziert werden und eine Räumungsmaßnahme bzw. die richtige Zerstörungsmaßnahme gefunden werden. In Zukunft soll der Scannerkopf an ein geeignetes Trägerfahrzeug befestigt werden.
Minenplanungen in der Bundeswehr
Planungen aus den 90er Jahren (DAVID und dessen Weiterenwicklungen) wurden kaum umgesetzt, aber werden wieder unter anderen Namen in die heutige Planung mit aufgenommen. [2]
konkrete Planungen
Panzerabwehrrichtmine 2
Laut Stand von 1993 ist die Panzerabwerhrichtmine 2, auch PARM-2 genannt, in fortgeschrittener Entwicklung. Geplant war es, dass die Entwicklung 1994 abgeschlossen sein sollte. Die Einführung war für 1996 geplant. Inwieweit die Planungen umgesetzt wurden, ist nicht bekannt. Das System wird von der französischen Firma GIAT entwickelt mit Unterstützung von Honeywell-Maintal, Dynamit Nobel und Hunting Engineering aus Großbritannien. Zu diesem dem Zeitpunkt von 1993 betrug der Kostenanteil für die Entwicklung 25,1 Millionen DM.[3]
Die PARM-2 sollte das Ziel mit einem modernen Hohlladungsgefechtskopf zerstören können. Der Schusssensor wird von einem dreikanligen Infrarotsensor und einem einkanaligen Entfernungsmesser ausgelöst. Sie hat einen frequenzelektrischen akustischen Sensor, der auch Geräusche in verwinkelten Räumen aufnehmen kann. Die Entfernung, Richtung, Geschwindigkeit und Länge des Zielfahrzeuges kann durch einen Mikroprozessor gemessen werden. Dieser berechnet auch den besten Zeitpunkt der Zündung der Hohlladung. Die Mine kann dabei so programmiert werden, dass sie erst reagiert, wenn eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen darüber fährt und diese in eine bestimmte Fahrtrichtung fahren.[4]
Flächenverteidigungsmine
Flächenverteidungsminen sind viel komplexer als Landminen und war zum Stand von ca. 1995 ein wichtiges Vorhaben der Bundeswehr aus finanzieller und militärischer Sicht.
Die Minen können große Geländeabschnitte überwachen und werden mit einem Fallschirm zu Boden gelassen. Dort werden sie dann durch einen Sensor aufgerichtet. Die Sensoren können Ziele ausmachen und so schießt die Mine selbständig die Submonition in die Luft. Diese sucht dann mit eigenen Sensoren den Boden nach Zielen ab. Wenn das Ziel von den Sensoren entdeckt wird, beschleunigt sich die Submunition und zerstört das Ziel, das sich ca. 200m bis 400m weit weg befinden kann.[5]
Die Einführung der Flächenverteidigungsmine sollte laut einer Studie für den amerikanischen Militärnachrichtendienst von 1992 das zu dem Zeitpunkt eingeführte Minenräumungsverfahren wirkungslos machen. Dadurch dass sehr hohe Kosten mit der Entwicklung der Flächenverteidigungsmine verbunden sind, sollte sie durch internationale Zusammenarbeit entstehen.[6] Inwieweit die Entwicklung fortgeschritten ist und die Zusammenarbeit funktioniert hat, ist leider zum jetzigen Stand noch nicht bekannt.
Kampfroboter
Mit Hilfe dieses Links Kampfroboter auf dem Vormarsch könnte der Artikel bearbeitet werden.
Information Management System for Mine Action (IMSMA)
siehe Information Management System for Mine Action
Weiterentwicklung von Metalldetektoren (2003-2006)
Die Aufgabe des bundesweiten Projektverbundes "Metalldetektoren für humanitäres Minenräumen - Entwicklungspotentiale für Datenanalyse und Messtechnik" ist die technologischen Weiterentwicklung von Geräten und Methoden zum Aufspüren und Entfernen von Antipersonenminen mit Hilfe von mathematischen Bildgebungsverfahren, die auf elektromagnetischer Induktion beruhen. Dabei arbeitet der Verbund in dem Göttinger Teilprojekt an einer erheblichen Reduzierung der hohen Fehlalarmquoten beim Einsatz von Metalldetektoren zum Humanitären Minenräumen. Hierbei soll durch neue mathematische Methoden der inversen Streutheorie eine nachhaltige, qualitative Verbesserung erreicht werden. Darüber hinaus werden Arbeiten zum Bodeneinfluss und zur Messtechnik-Optimierung durchgeführt.[7]
Es werden dabei folgende Ansätze parallel verfolgt:
- Lokale 3D-Bildgebung
- Signalanalyse
- Bodeneinfluss
- Messtechnik-Optimierung
Das Projekt hatte eine Laufzeit von drei Jahren und wurde mit Mitteln des BMBF gefördert. Aktuelle Ergebnisse sind im Bericht Midterm Summery - Project Network HuMin/MD dargestellt.
Minenräumaktion: Mit Abos Minen in Bosnien räumen
Um den Menschen in Bosnien zu helfen und die Gefahr zu verringern, dass weitere Menschen, seit einer Explosion im Jahr 2000, von einer Mine getötet werden, bietet das Greenpeace Magazin das Minenräumen als Abo-Prämie an. Dabei ist die Idee dahinter, dass für jedes neue Abo des Greenpeace Magazins sechs Quadratmeter eines Minenfeldes in Bosnien geräumt werden, um so ein minenfreien Bosnien zu schaffen. Jede Abo-Prämie ist dabei mit sieben Euro veranschlagt, so kommen pro Jahr rund 20.000 Euro zusammen. Gemeinsam mit den für Minen zuständigen Behörden und den "deutschen Minenräumern" (DEMIRA) nimmt das Greenpeace Magazin jedes Jahr ein neues Projekt in Angriff. Gefördert wird das Projekt durch die deutsche Hilfsorganisation "Help" und durch das Auswertige Amt.[8]
Bilanz:
- mehr als 120.000 Euro für die Minenräumaktion in Bosnien gesammelt
- 600.000 Quadratmeter konnten geräumt werden
- Projekt 1 – Sarajevo/Debelo Brdo (2000-2003)
- Fetter Berg, 80.000 Quadratmeter, 25.000 Euro
- Projekt 2 – Sjenina Rijeka (2006 bis 2007)
- Schule in Sjenina Rijeka, 240.000 Quadratmeter, 20.000 Euro
- Projekt 3 - Podzvizd/Sumatac (2007 bis 2008)
- Schule in Podzvizd, 39.000 Quadratmeter, 27.000 Euro
- Projekt 4 - Una-Nationalpark (2009)
- Una-Nationalpark: 100.000 Quadratmeter, 31.000 Euro
- Projekt 5 – Trstenci (2010)
- Schule in Trstenci: 140.500 Quadratmeter: Finanzierung über Abos läuft
Weblinks
- Kampfmittelerkennung mit der Röntgenrückstreutechnik
- Minenkonzepte der Zukunft
- BWB-Transformation
- Minenschutz
- Elastische Größen im Zielmaß von Minen
- Dynamische Mine
- n-tv
- Kampfroboter
- Grundlagen zur TNT–Detektion mittels magnetischer Resonanz
Einzelnachweise
- ↑ Stand der Forschung/Technik
- ↑ Minenplanung heute
- ↑ Soldat und Technik, Heft 7, 1993, S. 431
- ↑ Schuller, 1993, S.416
- ↑ Eine Flächenverteidigungsmine für MARS
- ↑ US-Army Foreign Science and Technology Center, S.3-49
- ↑ Metalldetektoren für Humanitäres Minenräumen
- ↑ greenpeace magazin - Minenräumaktion