Insekten

Aus Wissen gegen Minen

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Die Ausführungen auf dieser Seite sind stark angelehnt an "Alternatives of Landmine Detection" Jacqueline MacDonald et.al, RAND report, ISBN 0-8330-3301-8, Document Number: MR-1608-OSTP, Year: 2003. Für die Verwendung der englischen Fassung liegt die Erlaubnis von RAND vor.

Biologische Methoden

Inhaltsverzeichnis

Bienen

Bekannt ist, dass Hunde und auch Ratten mit ihrem guten Geruchssinn Sprengstoffe finden können. Forscher für Agrarwissenschaften der Universität in Zagreb (Kroatien) haben jedoch auch Bienen darauf trainiert, den Geruch von TNT in Landminen zu erkennen. Aufgrund der jahrelangen Tradition der Bienenzucht in Kroatien seien diese Forschungen überhaupt erst möglich gewesen.

Die Experimente wurden im ersten Verfahren mit Hilfe eines Tricks vorgenommen:
Die Bienen wurden in einem Zelt freigelassen, in dem Nahrung mit Sprengstoff umhüllt versteckt war. Dahinter stand die Idee, dass die Bienen den Sprengstoff als Nahrung identifizieren sollen. Das Training von Bienen auf die chemischen Substanzen dauere etwa drei bis vier Tage. Zudem füttern Imker die Insekten mit Zuckerwasser und setzen sie gleichzeitig gasförmigen TNT (Trinitrotoluol) aus. Den charakteristischen Geruch dieses Sprengstoffs speichert das Gehirn der Insekten daraufhin als Hinweis auf eine Nahrungsquelle. Diese Art des Trainings hilft dabei, dass die Bienen auf der Suche nach Nahrung auch Quellen von Sprengstoffgeruch ansteuern. Selbst wenn die Mine einen Meter tief im Boden vergraben ist, dringen ausreichend Geruchsmoleküle an die Oberfläche, um von den Bienen wahrgenommen werden zu können. An Stellen über denen sich besonders viele Bienen aufhalten, lässt sich eine Mine im Boden vermuten. Da die Bienen wärmer als ihre Umgebung sind, lassen sie sich und somit auch der Minenfund, mit Hilfe von Wärmesensoren, orten.

Die Experten befinden sich noch in der Experimentalphase. Es steht noch nicht fest, ob ältere oder jüngere Bienen für die Aufgabe besser geeignet sind. Es gehe darum, aus dem einzelnen Versuchen die beste Variante auszuloten. Die Bienen müssten ihre Sensitivität gegenüber dem Sprengstoffgeruch steigern.[1][2]

Beschreibung

Zucker wird mit der entsprechenden (zu suchenden) Chemikalie vermischt und in dem natürlichen Ausschwärmgebiet der Bienen ausgelegt. So können Bienen darauf trainiert werden, den chemischen Geruch mit Futter in Verbindung zu bringen und über jedem Ort zu schwirren, der diesen speziellen Geruch ausströmt. Entomologen haben Bienen soweit trainiert, dass sie eine Reihe von Sprengstoffen finden können und sie haben Nachforschungen angestellt, um trainierte Bienen in der menschlichen Nachsuche von Minen einzusetzen. Es gibt zwei nahe liegende Strategien; die erste beobachtet die Bewegung der auf Sprengstoff konditionierten Bienen und verfolgt die Spur zu dem Ort, wo die Bienen schwärmen. Die zweite beinhaltet die Entnahme von Proben aus dem Bienenstock und die Untersuchung auf das Vorhanden sein von Sprengstoff, der nämlich auf den bürsten ähnlichen Bienenhärchen mit in den Bienenstock transportiert werden kann. Verschiedene Feldtests wurden durchgeführt, um das Potential von der Verwendung der Bienen in der Minensuche zu untersuchen. In jüngsten und umfassenden Tests wird DNT in Petrischalen gefüllt, mit Sand abgedeckt und auf flaches, offenes Gelände gestellt für die nachfolgende Suche von Bienen. In diesen Experimenten erwiesen Bienen die Fähigkeit, DNT zu finden, dessen Konzentrationen auf 0,7-13,0 ppb (annähernd 10-12 g/ml) geschätzt wurde. Frühere Labortests hatten gezeigt, dass Bienen auch Konzentrationen unter 20 ppt detektieren können.


Stärken

Ausgebildeten Bienen detektieren explosive Materialien und sind deshalb nicht eingeschränkt durch die gleiche Fehlalarmrate wie bei Metalldetektoren. Außerdem haben sie das Potential, ein relativ großes Gebiet in kurzer Zeit zu durchsuchen.


Einschränkungen

Wie auch bei chemischen oder bakteriellen Detektionssystemen ist das Entscheidendste das Verständnis von dem Verflüchtigen und dem Transport der explosiven Materialien in der Bodenoberfläche, bevor das volle Potential der konditionierten Bienen zur Landminensuche überhaupt verstanden werden kann. Bisher wurden keine Feldversuche mit neuen Minenmodellen durchgeführt. Des weiteren können Bienen nur unter bestimmten Umwelt- und Wetterbedingungen arbeiten. Bei Temperaturen unter 40F (etwa 7°C) sind Bienen nicht einsatzfähig. Wichtig ist noch zu ergänzen, dass alle bisherigen Tests auf ebenen, offenen Feldern durchgeführt wurden. Ob Bienen auch in Wäldern oder in anderer unwegsamer Vegetation erfolgreich arbeiten, ist ungewiss. Die Unfähigkeit die Bienenbewegungen zu verfolgen, wirft weitere Schwierigkeiten auf.


Zusammenfassende Bewertung

Die Untersuchungen von dem Einsatz von Bienen in der Minensuche ist gerechtfertigt. Die Durchführung der Experimente unter realistischeren Bedingungen würde eine bessere Einschätzung der Fähigkeit dieser Methode liefern. Klare Entscheidungspunkte sollten jedoch definiert werden, um die Methode weiterzuführen, wenn sie Erfolg versprechend ist, oder sie abzubrechen, falls unüberwindbare Hindernisse auftreten.

Einzelnachweise

  1. Warum Bienen auf Sprengstoff fliegen
  2. Sprengstoff-Bienen auf Minensuche
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