Hunde und Ratten

Aus Wissen gegen Minen

Wechseln zu: Navigation, Suche

Hunde

Die Minensuche mit Hunden erfolgt durch das Erkennen von Sprengstoffen über den hochsensiblen Geruchssinn der Tiere. Sogar Plastikminen, deren Metallanteile so gering sind, dass Metalldetektoren sie nicht aufspüren können, können von Hunden gefunden werden. Es kommen für diese Arbeit nur Hunde mit einem ausgeprägten Spieltrieb in Betracht, da das Aufspüren von Minen spielerisch gestaltet wird.[1]

Die Ausbildung eines Suchhundes, z.B.im Mine Detection Dog Center in Bosnien und Herzegowina, ist dabei ähnlich wie bei Drogenspürhunden. Beim Training erfolgt lediglich eine Spezialisierung auf andere Geruchsstoffe. Dabei präpariert ein Mensch ein Spielzeug des Hundes mit geringen Sprengstoffproben. Mit diesem Geruch verbindet der Hund dadurch später das Spielen und ist so motiviert Minen aufzuspüren. Beim Auffinden einer Mine ist jedoch ein passives Verhalten des Hundes unbedingt notwendig, da ein aktives Verhalten, z.B. durch Kratzen am Objekt, für den Hund und Hundeführer möglicherweise gefährlich oder sogar tödlich wäre.[2]

Ratten

Da viele Hunde das Klima am Äquator nicht vertragen, die Ausbildung mit rund 25.000 Euro sehr teuer ist und die Minensuche durch Hunde zum Teil ungenau ist, kam der Belgier Bart Weetjens auf die Idee Ratten für die Minensuche einzusetzen. Die speziell abgerichteten Tiere sind mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn in der Lage, den Sprengstoff TNT aufzuspüren. Diese Ratten sind keine gewöhnlichen Hausratten, sondern Afrikanische Riesenhamsterratten mit einer Länge von 80 cm und einem Gewicht von 1,5 kg.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Hunden ist, dass Ratten ein geringeres Gewicht haben und somit durch ihr Eigengewicht kaum Gefahr laufen Explosionen bei der Minensuche auslösen. Besonders in tropischem Klima lassen sich Ratten gut einsetzen. Vor allem auf roter Erde sind Ratten von Vorteil, da Metalldetektoren dort oft versagen. Sie sind auch in anderen Ländern einsetzbar.

Im Forschungszentrum der nichtstaatlichen Organisation APOPO in Morogoro (Tansania) werden die Ratten zu Minensuchern ausgebildet. Dabei müssen die Ratten ein acht Monate langes Training absolvieren, bis sie in der morgendlichen Kühle ihrem Geruchssinn nach Minen nachgehen können.

Die Ausbildung basiert darauf, dass die Ratten Aluminiumröhren ablaufen und dabei durch kleine Löcher Döschen mit TNT-Sprengstoff aufspüren sollen. Dabei lernt das intelligente Tier, unter verschiedenen Proben aus Kaffee, Tee und anderen Stoffen das gefährliche TNT heraus zu schnüffeln. Das Training beruht auf der Reiz-Reaktions-Methode. Hat der Nager die richtige Probe entdeckt, betätigt sein Trainer ein kleines akustisches Signal in Form eines "Klickers" und das Tier bekommt als Belohnung Bananenbrei - eine Delikatesse für Ratten. Die Schwierigkeit des Trainings wird von Woche zu Woche gesteigert, wobei die Ratte fehlerfrei handeln muss.

Die ausgebildeten Ratten werden auf ein großes Trainingsfeld der Organisation gebracht und sollen dort zeigen, ob sie in realen Situationen Sprengstoff aufspüren können. Dabei rennen sie, an einer gespannten Leine, das Feld auf und ab. Der freien Natur ausgesetzt, erschweren die vielen neuen Gerüche den Suchvorgang. Sollte das Tier trotzdem erfolgreich sein, hat es die Prüfung bestanden und darf nun in den Einsatz nach Mosambik geschickt werden.[3]

Einzelnachweise

  1. Spürnasen gegen Landminen
  2. Sprengstoffhunde
  3. Die Minenratten von Tansania
Persönliche Werkzeuge