Formen wirtschaftlich-ökologischer und sozialer Spätkriegsfolgen
Aus Wissen gegen Minen
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Werden Landminen, Streubomben und Uranmunition von kriegsführenden Parteien oft als kriegsnotwendig eingestuft, wirken diese Waffen vor allem nach dem Krieg. Sie wirken zur Demoralisierung der Bevölkerung, führen gleichermaßen gegenüber den Siegern und den Besiegten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zu Urbanischen - und Wirtschaftlichen Einschränkungen.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Gesundheitlich Beeinträchtigung / Verstümmelung
Landminen und Streubomben sowie Uranmunition wirken auch gegen die zivile Gesellschaft, die eine große Zahl von schwerst geschädigten Menschen aufnehmen muss. Medizinische Betreuung und soziale Rehabilitierung ist oft nur unzureichend vorhanden. Die Folge: Millionen von Menschen, durch Kriegsfolgen verstümmelt oder beeinträchtigt, müssen in menschenunwürdigen Umständen ihr Leben verbringen.
Die hohe Anzahl an Minenopfern belastet das Gesundheitssystem. Manchen Krankenhäusern fehlt es an essentiellen Dingen. Oft sind auch die Wege bis ins nächste Krankenhaus sehr weit. So sterben in Kambodscha 31% der Opfer, bevor sie einen Arzt gesehen haben, davon sind Kinder drei Mal stärker betroffen als Erwachsene.
Auf die Opfer kommen durch ihr Unglück, auf eine Mine getreten zu sein, zusätzlich erhebliche finanzielle Belastungen zu. Die Amputationsrate ist z.B. in Kambodscha 100 Mal höher als in Europa und in den USA. Jeder 236. Einwohner ist amputiert. Die Prothesen müssen bei Erwachsenen alle drei bis fünf Jahre, bei Kindern wegen ihres Wachstums sogar alle sechs bis zwölf Monate gewechselt werden. Die neuen Prothesen und die damit verbundenen Operationen belasten die Opfer ein Leben lang.
Mehr als 20.000 Menschen werden jedes Jahr durch Minen- und Blindgängerexplosionen verletzt oder getötet. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass jedes dritte beziehungsweise vierte Opfer ein Kind ist. Kinder sind besonders gefährdet, weil sie Warnschilder nicht erkennen oder lesen können. Sie sind aber auch deshalb stärker betroffen, weil Verletzungen, die bei Erwachsenen heilen, bei Kindern oft tödliche Folgen haben. Verliert ein Kind durch eine Mine seine Gliedmaßen, braucht es alle sechs bis neun Monate eine neue Prothese, die an den wachsenden Körper angepasst werden muss. Kinder werden oft von Minen getroffen, weil sie diese auf Grund ihres Aussehens für Spielzeug halten. Bei ihnen sind wegen der geringeren Größe besonders oft lebenswichtige Organe betroffen. 85% der Minenopfer im Kindesalter sterben auf dem Weg ins Krankenhaus. Kinder können, wenn sie von Minen verletzt sind, oft wegen der hohen Kosten nicht mehr zur Schule gehen und haben keine Möglichkeit aus der Armut zu kommen.[1]
Auch die psychischen Folgen sind erschreckend. 25 % der Opfer empfinden ihr äußeres Erscheinungsbild als unerträglich. Viele werden durch Verwandte versteckt, weil Behinderte als „Schande der Familie“ angesehen werden. Die Opfer verlieren häufig ihre Arbeit und den Respekt der anderen. Die Verletzten stellen als Pflegefälle eine große Belastung für die Gemeinden dar. Nach Operationen tritt des Weiteren ein Phantomschmerz auf, ein lebenslanger Schmerz an einem Körperglied, das nicht mehr 10 vorhanden ist.
Das "Miss Landmine" Projekt veranstaltet jedes Jahr ein Schöhnheitswettbewerb für Frauen die von einer Mine Verstümmelt wurden. Ziele dieses Projektes sind[3]:
- den Stolz der Frauen neu zu stärken
- Minderwertigkeit und Schuld Gefühle anzufechten
- lokal und Global Aufmerksamkeit zu erlangen
- gegen den Schöhnheitsideal zu protestieren
- wahre schöhnheit zu Zelebrieren
- Neue Wege gehen
- Die Sicht von "Opfer" auf "Überlebender" zu verändern
Urbanische Einschränkungen / Siedlungen
Die Kriegsschauplätze der Welt werden auf Jahre hinaus verwüstet, radioaktiv verseucht sowie durch liegen gebliebene Restmunition in gefährliche Trümmerfelder verwandelt. Durch liegen gebliebene Landminen, Streubomben, andere explosive Kriegsreste sowie radioaktive Uranmunition (seit dem ersten Golfkrieg 1991), ist Fast der gesamte Süden Iraks verseucht. Die Bevölkerung leidet anhand von schweren Krankheiten und Behinderungen, welche massiv zu nehmen. In Kambodscha sind die Minen gerade dort verlegt, wo das Land am fruchtbarsten ist. 50% des Agrarlandes sind auf diese Weise nicht nutzbar und das bei einer Bevölkerung, in der 71% in der Landwirtschaft tätig sind. [4]
Auch Bewässerungssysteme sind durch Verminung nicht mehr nutzbar. Öffentliche Einrichtungen, wie Schulen sind ebenso wie Straßen vermint. Dadurch können manche Teile des Landes nicht mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Manchmal sind Städte von Minen umgeben. So liegt die Stadt Luena in Angola innerhalb eines Minengürtels, der bis in die Stadt hineinreicht.
Wirtschaftliche / Landwirtschaft Einschränkungen
Die Verminung hat fatale ökonomische Folgen. Die waffen verhindern über Jahre hinaus, dass ein Land zur Ruhe kommt, wieder Landwirtschaft betrieben werden kann, Arbeits- und Wohnflächen benutzt werden können.
Die Menschen müssen inmitten einer fruchtbaren Umgebung hungern, die wenigen nutzbaren Flächen werden ökologisch zerstört. So kann oftmals ein Teil der Felder nicht mehr bestellt werden. Dadurch geht die Lebensmittelproduktion und Forstwirtschaft zurück. Aufgrund der Armut der Bevölkerung in einigen Ländern muss trotzdem auf diesen verminten Feldern angebaut werden. Dabei werden viele Menschen verletzt oder getötet. Dieses Problem stellt sich vor allem in armen Ländern, wo Lebensmittel ohnehin knapp sind. [4]
Der Wiederaufbau nach dem meistens vorher durchlebten Krieg wird verzögert. Flüchtlinge, die ihr Land wegen eines Krieges verlassen haben, können nicht mehr zurückkehren.
Mindmap
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Daten, Fakten, Hintergründe zum Thema Landminen und Streumunition. terre des hommes Deutschland e.V.
- ↑ Casualties 2009. Landmine and Cluster Munition Monitor
- ↑ Miss Landmine. Miss Landmine
- ↑ 4,0 4,1 Der AK Kriegsfolgen stellt sich vor. Handicap International e.V. .